Backup meiner Medien
Das Sichern meiner Medien ist ein regelmässiges Ritual. Ich habe beruflich schon zu oft Daten unwiederbringlich verschwinden sehen. Das soll weder meiner Musik, noch meinen Fotos oder Finanzunterlagen passieren.
Cloud Dienste machen keinen Backup
Eines der grössten Missverständnisse, wenn es um Backups geht, sind Cloud Dienste. Cloud Services machen keine Backup meiner Daten. Einzige Ausnahme sind Storage Angebote, die explizit Backups anbieten. Ansonsten sind Cloud Dienste wie Google Drive oder Google Photos einfach nur Festplatten in einem Rechenzentrum.
Die Verantwortung für die Datensicherung dieser Services liegt in der Regel beim Benutzer, also bei mir.
Natürlich bemühen sich die grossen Cloud Service Anbieter darum, dass meinen Daten nichts passiert. Aber es gab bereits in der Vergangenheit Fälle, wo Dateien aus dem Google Drive verschwunden sind.

Da meine Fotos seit über 10 Jahren ausschliesslich bei Google Photos liegen, möchte ich gern auf Nummer Sicher gehen. Wenn wirklich mal etwas mit den Fotos und Daten passiert, hätte ich ohne eigenen Backup keine Möglichkeit diese Dinge wiederherzustellen. Erinnerungen an besucht Orte oder verstorbene Verwandte würden unwiederbringlich verloren gehen.
Lokaler Backup auf HDD Festplatte
Meine “first line of defense” ist das regelmässige Sichern aller meiner Daten auf eine HDD Festplatte. Diese HDD ist ein klassisches spinning drive, bei dem man hören kann, wenn etwas drauf geschrieben wird.

Der Backup umfasst meine lokalen Daten, wie Musiksammlung, einige DVD Kopien und meine gesammelten Finanzbelege. Dem Backup vorgelagert ist das Programm insync, dass mein Google Drive komplett auf den PC herunterlädt. Damit sind auch die Daten vom Google Drive gesichert.
Meine Fotos ziehe ich ein Mal pro Jahr auf meine lokale Festplatte. Google bietet dafür das Tool Google Takeout an. Dort kann man von jedem beliebigen Service, den man bei Google nutzt, alle Daten extrahieren. Meine 23GB Fotos kann ich mit Google Takeout in mein Google Drive sichern lassen. - Wenn man mag kann man das auch als regelmässigen Job in Google Takeout hinterlegen.
Zum Backup auf die HDD Festplatte nutze ich unter Linux das Open Source Programm Pika Backup. Ich habe es im Oktober für einen Restore von Daten gebraucht und konnte keine Probleme feststellen.

SSD Festplatten für Backup ungeeignet
SSD Festplatten setze ich für die Speicherung meiner Backup Daten nicht ein. Obwohl diese Festplatten schneller sind als die HDD spinng drives, haben sie zwei Nachteile:
Wenn SSD Festplatten kaputt gehen, dann sterben sie komplett und ohne Vorwarnung. Und damit ist keinerlei Zugriff mehr auf die Backups möglich. HDD spinning drive Festplatten gehen in der Regel auf Raten kaputt. D.h., die Leseköpfe fangen an ungesunde Kratzgeräusche zu machen und es fallen einige Bereiche der Festplatte aus. Im Fall der Fälle kann man somit zumindest einen Teil der Daten noch selbständig retten.

SSD Festplatten verlieren auch Daten, wenn sie längere Zeit nicht am Strom angeschlossen sind. Wenn man die SSD an einem sicheren Ort - wie ein Schliessfach - lagert, kann es nach 2-3 Jahren zu Datenverlust kommen.
Daher bleibe ich für meine Backups als “first line of defense” bei HDD spinning drive Festplatten. Sie sind im übrigen auch deutlich günstiger.
Cloud Storage als Backup Ergänzung
Neben einem lokalen Backup, sollte man auch nochmal einen Offsite Backup machen. Dazu nutze ich den Swiss Backup von Infomaniak. Für Linux kann ich einfach mittels S3 in den (Storage) Bucket schreiben. Dazu nutze ich rclone, was ich einmalig konfiguriert habe. Das schnurrt im Hintergrund ähnlich wie Pika Backup.
Unter Windows oder Mac steht alternative Software für den Swiss Backup zur Verfügung. Das ist alles kein Zauberwerk und ist in wenigen Minuten konfiguriert.
Mit diesem Backup Schritt ist die bekannte Backup 3-2-1 Regel erfüllt. Von jeder meiner Dateien gibt jetzt 3 Kopien. Die Kopien liegen auf 2 verschiedenen Speichertypen. Und eine Kopie ist Offsite.
Bluray und HDD im Schliessfach
Die 3-2-1 Backup Regel reicht mir persönlich aber nicht. Ich möchte zusätzlich noch mindestens eine zusätzliche Offline Kopie haben. Und ich möchte meine wichtigsten Daten auf einem Datenträger haben, der EMP widersteht, feuersicher ist und Jahrzehnte verfügbar ist.
Um diese Anforderungen zu erfüllen bringe ich jedes Jahr eine HDD Festplatte und ein paar Blurays ins Schliessfach.

Die HDD Festplatte beinhaltet alle Daten ausser DVD Kopien, weil diese zu gross wären. Ich nutze dafür gebrauchte kleine HDD Festplatten. Sollten die aus dem Schliessfach herausrotierten Festplatten zu wenig Kapazität haben, kaufe ich eine gebrauchte und günstige Festplatte als Ersatz. Die Festplatte kommt in ein billiges Gehäuse und wird mit Daten gefüllt.

Meine Fotos und meine Musiksammlung wird auf Blurays gebrannt. Ich nutze dafür meist M-Disc Blurays. Diese eignen sich für langes Archivieren und können Feuer überstehen. Ein weiterer grosser Vorteil ist, dass sie einem EMP standhalten. Ein EMP ist eine grosse elektromagnische Entladung, die sämtliche Daten auf einem Datenträger wie SSD oder HDD zerstören kann. EMPs können natürliche Ursachen haben oder in Form einer gezielten Waffe erzeugt werden.
3-2-1 Backup Regel plus Offline Offsite Kopie
Ich fühle mich mit dieser Kombination aus klassischer 3-2-1 Backup Strategie plus Offline Offsite Kopie recht wohl. Der einmalige Aufwand für die automatisierten Backups ist überschaubar. Der jährliche Aufwand die Blurays und HDD zu erstellen und ins Schliessfach zu bringen, ist es mir wert. In der Regel nutze die Zeit für die jährlichen Backups auch um bei meinen Dateien auszumisten.
